HubSpot Kostenkontrolle
HubSpot Credits im Griff: Nutzung prüfen und Limits richtig einstellen
Veröffentlicht am 31. Juli 2026 · 6 Min. Lesezeit · Agnieszka Sobala
made with AI
Viele HubSpot-Nutzer wissen nicht, dass ihr Account bereits Credits enthält. Noch weniger wissen, welche Funktionen Credits verbrauchen und dass sich dieser Verbrauch begrenzen lässt. Das kann spätestens dann unangenehm werden, wenn zusätzliche Credit-Pakete automatisch gebucht werden.
Dieser kurze Guide zeigt, wo Sie Ihre Credits finden, wie Sie Limits einrichten und welche Funktionen den Einsatz wirklich wert sein können.
Was sind HubSpot Credits?
HubSpot Credits werden für bestimmte KI- und Automatisierungsfunktionen verwendet. Die Credits werden jeden Monat zurückgesetzt. Nicht genutzte Credits werden nicht in den nächsten Monat übertragen.
Aktuell enthalten viele HubSpot-Pakete bereits ein monatliches Kontingent:
- Starter: 500 Credits
- Professional: 3.000 Credits
- Enterprise: 5.000 Credits
- Data Hub und die gebündelte Customer Platform enthalten teilweise höhere Kontingente
Die Credits verschiedener Hubs werden nicht addiert. Entscheidend ist das höchste enthaltene Kontingent Ihrer HubSpot-Produkte.
Welche Funktionen verbrauchen Credits?
Der Verbrauch hängt von der jeweiligen Funktion und Aktion ab. Einige aktuelle Beispiele:
| Funktion | Verbrauch |
|---|---|
| Data Agent | 10 Credits pro Antwort für einen Datensatz |
| Breeze-Aktion in einem Workflow | 10 Credits pro Ausführung |
| Buyer Intent | 10 Credits pro Unternehmen und Monat |
| Customer Agent | 50 Credits pro gelöster Konversation |
| Prospecting Agent | 100 Credits pro Lead-Empfehlung |
| Content Agent | 1.000 Credits pro erstelltem Content Piece |
Vor der Aktivierung: Rate Sheet prüfen
Bei einem Professional-Account mit 3.000 Credits entsprechen drei mit dem Content Agent erstellte Inhalte bereits dem gesamten monatlichen Kontingent. Deshalb lohnt es sich, vor der Aktivierung einer neuen Funktion einen Blick auf die aktuelle Credit Rate Sheet im HubSpot Product & Services Catalog zu werfen.
Welche Funktionen Ihnen zur Verfügung stehen, hängt von Ihrer höchsten gebuchten Abonnementstufe ab. Funktionen, die Credits verbrauchen, sind im Portal mit einem Credit-Symbol gekennzeichnet.
Schritt 1: Credit-Nutzung prüfen
Öffnen Sie in HubSpot oben rechts Ihren Account und gehen Sie zu „HubSpot Guthaben“. Je nach Sprache und Portal kann der Menüpunkt leicht anders bezeichnet sein. Dort sehen Sie:
- Ihr monatliches Credit-Kontingent
- den bisherigen Verbrauch
- die historische Nutzung
- den Verbrauch aufgeschlüsselt nach Funktion
- das nächste Reset-Datum
HubSpot informiert Super Admins und Abrechnungskontakte zusätzlich bei 75, 85 und 90 Prozent Verbrauch.
Schritt 2: Ein Gesamtlimit für den Account setzen
Im Bereich „HubSpot Credits“ finden Sie die Einstellung „Maximum monthly credits“. Klicken Sie auf „Edit“, tragen Sie Ihr gewünschtes maximales Monatslimit ein und bestätigen Sie die Einstellung.
Sobald dieses Limit erreicht ist, pausiert HubSpot alle Funktionen, die weitere Credits benötigen. Die Nutzung wird erst nach dem monatlichen Reset oder nach einer Erhöhung des Limits fortgesetzt. Das Gesamtlimit ist damit Ihr wichtigstes Sicherheitsnetz gegen unkontrollierten Verbrauch.
Schritt 3: Limits pro Funktion festlegen
Zusätzlich können Sie Limits für einzelne Funktionen definieren:
- „HubSpot Guthaben“ öffnen.
- Bei „Guthabenlimits für Funktionen“ auf „Aufrufen“ klicken.
- Die gewünschte Funktion auswählen.
- Auf „Limit festlegen“ klicken.
- Das monatliche Limit eintragen und speichern.
Ein Funktionslimit reserviert keine Credits. Es legt lediglich fest, wie viele Credits die Funktion maximal verbrauchen darf. Erreicht eine Funktion ihr Limit, wird nur diese Funktion pausiert — die übrigen Tools können weiter Credits verwenden.
Sonderfall Kaufabsicht (Buyer Intent)
Buyer Intent bietet eigene Limits innerhalb der Konfiguration. Unter „Marketing → Kaufabsicht → Einrichtung → Aktionslimits für Kaufabsicht“ begrenzen Sie den Verbrauch für das Hinzufügen und Beobachten von Unternehmen separat.
Auto-Upgrade oder Pay-as-you-go?
Wenn Sie ausschließlich die in Ihrem Paket enthaltenen Credits nutzen, pausieren die entsprechenden Funktionen nach Verbrauch des Kontingents. Es werden nicht automatisch zusätzliche Credits gekauft.
Das ändert sich, sobald Sie ein zusätzliches Credit-Paket buchen. Standardmäßig kann dann das Auto-Upgrade greifen: Überschreiten Sie Ihr Kontingent, erhöht HubSpot Ihre monatliche Credit-Kapazität. Das zusätzliche Paket bleibt für den Rest der Vertragslaufzeit bestehen und kann erst zum Vertragsende reduziert werden.
Alternativ aktivieren Sie Pay-as-you-go. Dabei bezahlen Sie nur die Credits, die Sie im jeweiligen Monat zusätzlich verbrauchen. Nach dem Reset fällt Ihr Account wieder auf das ursprüngliche Kontingent zurück. Auch diese Einstellung ist erst verfügbar, nachdem zusätzliche Credits gekauft wurden.
Unabhängig vom Abrechnungsmodell: immer ein Gesamtlimit und zusätzliche Limits für besonders verbrauchsintensive Funktionen setzen. Änderungen greifen möglicherweise erst im nächsten Nutzungszeitraum, wenn im aktuellen Monat bereits Credits verbraucht wurden.
Consultant-Tipp: Wofür lohnen sich Credits?
Nicht jede Funktion, die Credits verbraucht, liefert automatisch einen entsprechenden Mehrwert. Entscheidend ist, ob sie einen Prozess verbessert, der im Unternehmen tatsächlich genutzt wird.
Buyer Intent
Aus Marketing- und Sales-Sicht ist Buyer Intent besonders interessant. Die Funktion liefert Informationen, die ein allgemeines KI-Tool nicht ersetzen kann: Welche relevanten Unternehmen besuchen gerade die Website und zeigen konkrete Kaufsignale? Der Einsatz lohnt sich vor allem, wenn:
- ausreichend B2B-Traffic auf der Website vorhanden ist
- Zielmärkte und ICP-Kriterien sauber definiert sind
- aussagekräftige Intent-Seiten ausgewählt wurden
- Sales die erkannten Signale zeitnah bearbeitet
Die kontinuierliche Beobachtung vieler Unternehmen verbraucht schnell Credits. Innerhalb von Buyer Intent lassen sich separate Limits für das Hinzufügen und das Tracking definieren — zusätzlich zum allgemeinen Funktionslimit.
Prospecting Agent und Customer Agent
Der Prospecting Agent recherchiert Leads und Unternehmen und unterstützt bei der personalisierten Ansprache — aktuell 100 Credits pro Lead-Empfehlung. Der Customer Agent beantwortet Kundenanfragen und verbraucht 50 Credits pro gelöster Konversation.
Für beide Agenten bietet HubSpot derzeit einen 14-tägigen kostenlosen Testzeitraum an, in dem keine Credits verbraucht werden. Diese Testphase sollte genutzt werden, bevor ein Agent dauerhaft aktiviert wird. Prüfen Sie im Test:
- Wie viele Leads oder Konversationen bearbeitet der Agent?
- Wie gut sind die Ergebnisse?
- Wie viel manuelle Arbeit wird tatsächlich eingespart?
- Wie hoch wäre der voraussichtliche monatliche Credit-Verbrauch?
Nach Ablauf der Testphase werden die Agenten deaktiviert. Sie müssen bewusst wieder eingeschaltet werden, bevor sie Credits verbrauchen.
Data Agent
Der Data Agent kann CRM-Daten recherchieren, ergänzen, strukturieren oder klassifizieren. Das lohnt sich besonders bei wiederkehrenden Aufgaben: Zielgruppenmerkmale ermitteln, Unternehmen kategorisieren, Lead-Routing und Segmentierung vorbereiten.
Eine Antwort für einen Datensatz kostet aktuell 10 Credits. Bei einzelnen Datensätzen ist das überschaubar, bei Workflows mit tausenden Datensätzen steigt der Verbrauch schnell. Automatisierte Data-Agent-Aktionen deshalb zunächst mit einer kleinen Testgruppe und klaren Workflow-Bedingungen starten.
Content Agent
Den Content Agent würden wir bewusster einsetzen. Mit 1.000 Credits pro erstelltem Inhalt ist er vergleichsweise teuer. Für die reine Texterstellung lassen sich häufig vorhandene Unternehmenslizenzen für ChatGPT, Claude oder andere LLMs nutzen.
Interessant wird der Content Agent vor allem dann, wenn seine direkte Integration in HubSpot sowie die Nutzung des vorhandenen CRM-, Content- und Brand-Kontexts einen echten Prozessvorteil bieten.
Starten Sie mit den enthaltenen Credits oder einem kostenlosen Testzeitraum, definieren Sie ein konkretes Experiment und prüfen Sie anschließend, ob die Funktion messbar Zeit spart, bessere Daten liefert oder zusätzliche Opportunities erzeugt. Erst danach umfangreicher nutzen — und immer passende Limits setzen.
Ursprünglich veröffentlicht auf blog.factory42.com
Zur Person
Agnieszka Sobala
HubSpot Consultant, factory42
Agi ist HubSpot Consultant bei factory42 und verfügt über mehr als sieben Jahre Erfahrung mit HubSpot, insbesondere in den Bereichen SaaS Sales, Marketing Automation und Product-Led Growth. Sie liebt es, komplexe Automationen und Workflows zu erstellen, um Prozesse effizienter zu gestalten und das volle Potenzial von HubSpot auszuschöpfen.
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